Trauermücken oder Thripse im Blumenerde erkennen – So geht's

· von Ingrid Jensen · 4 Min. Lesezeit

Trauermücken oder Thripse im Blumenerde erkennen – So geht's

Kleine Insekten um deine Zimmerpflanzen oder in der Blumenerde können zwei ganz unterschiedliche Ursachen haben: Trauermücken (Fungus Gnats) oder Thripse. Auf den ersten Blick wirken beide Schädlinge gleich winzig und unscheinbar, dabei verursachen sie völlig verschiedene Schäden und brauchen jeweils eine eigene Bekämpfungsstrategie. Wer sie früh genug richtig identifiziert, erspart sich eine Menge Ärger, bevor die gesamte Pflanzensammlung betroffen ist.

Warum die richtige Diagnose so wichtig ist

Trauermücken ernähren sich hauptsächlich von organischem Material und Pilzen in feuchter Erde. Gesunde Wurzeln greifen sie meist erst bei massivem Befall an. Thripse dagegen saugen direkt an Blättern und Blüten und können dabei sogar Viren übertragen, das ist ein ganz anderes Kaliber. Setzt man das falsche Mittel ein, verschwendet man nicht nur Zeit, der eigentliche Schädling vermehrt sich in der Zwischenzeit munter weiter.

Trauermücken erkennen: Die typischen Merkmale

Aussehen der erwachsenen Tiere:

Wo man sie findet:

Typische Schadbilder:

Thripse erkennen: Die typischen Merkmale

Aussehen der erwachsenen Tiere:

Wo man sie findet:

Typische Schadbilder:

Schnelltest: So unterscheidest du sie in 5 Minuten

  1. Gelbe Leimtafeln aufstellen. Trauermücken werden stark angezogen und bleiben in großer Zahl kleben, bei Thripsen klappt das weniger zuverlässig.
  2. Blaue Leimtafeln nutzen. Thripse reagieren besonders stark auf die Farbe Blau, das macht die Unterscheidung einfacher.
  3. Klopftest über weißem Papier. Pflanze sanft schütteln. Fallen schnelle, schlanke Insekten heraus, hast du es mit Thripsen zu tun.
  4. Erde mit Kartoffelscheiben testen. Rohe Kartoffelstücke auf die Erde legen. Trauermückenlarven bohren sich hinein und sind nach 1 bis 2 Tagen gut zu erkennen.
  5. Lupe verwenden. Bei Unsicherheit Blattunterseiten und Erdoberfläche mit einer 10-fach-Lupe genau kontrollieren.

Sofortmaßnahmen, bevor sich der Befall ausbreitet

Bei Trauermücken:

Bei Thripse:

Vorbeugung für die Zukunft

Fazit

Trauermücken und Thripse verlangen zwei völlig unterschiedliche Reaktionen. Trauermücken sind vor allem ein Hinweis darauf, dass die Erde zu feucht ist, und lassen sich mit etwas Trockenheit und Klebefallen gut in den Griff bekommen. Thripse dagegen erfordern schnelles Handeln direkt an Blättern und Blüten, hier zählt jeder Tag. Wer regelmäßig kontrolliert, hin und wieder einen Klopftest macht und Leimtafeln im Einsatz hat, erkennt den Unterschied frühzeitig und verhindert damit, dass einer der beiden Schädlinge sich unkontrolliert durch die gesamte Pflanzensammlung frisst.

#Zimmerpflanzen#Schädlingsbekämpfung#Pflanzenpflege#Trauermücken#Thripse